Wardenburg gibt Startschuss für kommunale Wärmeplanung

Im Fokus steht eine detaillierte Analyse der aktuellen Wärmestruktur, auf deren Basis maßgeschneiderte Maßnahmen zur Reduzierung von Emissionen und zur verstärkten Nutzung erneuerbarer Energien erarbeitet werden. Mit der erfolgreichen Einwerbung von bis zu 95 Prozent Fördermitteln im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz ist der Startschuss für das etwa einjährige Projekt gefallen.
Klimaschutz als gemeinschaftliche Aufgabe
Bürgermeister Christoph Reents betont die Bedeutung der kommunalen Wärmeplanung für die Zukunft der Gemeinde: „Mit der Wärmeplanung setzen wir einen wichtigen Meilenstein für den Klimaschutz in Wardenburg. Unser Ziel ist es, eine nachhaltige Energieversorgung zu gestalten, die sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich tragfähig ist. Wir treiben diesen Prozess gezielt voran, indem wir bestehende Strukturen analysieren und konkrete Maßnahmen zur klimaneutralen Wärmeversorgung entwickeln.“
Rechtlicher Rahmen
Die kommunale Wärmeplanung basiert auf dem Wärmeplanungsgesetz (WPG) und den Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes (GEG), die eine klimaneutrale Wärmeversorgung bis 2045 anstreben. Für Kommunen unter 100.000 Einwohnern, wie Wardenburg, sieht das WPG eine Wärmeplanung bis spätestens 2028 vor. Da die Umsetzung jedoch in der Verantwortung der Bundesländer liegt, gibt es derzeit noch keine landesrechtliche Verpflichtung für diese Kommunen.
Ungeachtet dessen macht sich Wardenburg bereits jetzt auf den Weg, um frühzeitig eine nachhaltige Wärmeversorgung zu planen. Durch eine vorausschauende Analyse der Wärmeinfrastruktur und die Entwicklung passender Maßnahmen schafft die Gemeinde die Grundlage für eine klimafreundliche und zukunftssichere Energieversorgung.
Erste Ansätze und bestehende Erfolge
Thomas Schade, Klimaschutzmanager der Gemeinde Wardenburg, hebt hervor: „Wir haben bereits erste Maßnahmen im Klimaschutz umgesetzt und setzen mit der Wärmeplanung konsequent auf eine nachhaltige Zukunft.“ Viele Wardenburger Bürgerinnen und Bürger zeigen bereits Interesse an zukünftigen nachhaltigen und energieeffizienten Lösungen zum Heizen und zur Warmwasserbereitung, wie etwa im Rahmen des vor kurzem stattgefundenen Vortrag zum Thema Wärmepumpen. „Diese Vorbilder motivieren uns, die klimafreundliche Entwicklung Wardenburgs weiter voranzutreiben“, so Schade.
Strukturierter und transparenter Planungsprozess
Die kommunale Wärmeplanung erfolgt in mehreren Phasen. Zunächst wird der aktuelle Wärmebedarf in der Gemeinde ermittelt. Anschließend werden Potenziale zur Einsparung sowie zur Nutzung erneuerbarer Energien analysiert. Darauf aufbauend werden verschiedene Szenarien für die Zukunft entwickelt, die in eine langfristige Wärmestrategie münden.
Um den Planungsprozess zu unterstützen, setzt EWE NETZ moderne digitale Technologien wie den „Digitalen Zwilling“ ein. Diese Software ermöglicht eine präzise Darstellung der energetischen Strukturen in Wardenburg und hilft, die Potenziale für eine klimaneutrale Wärmebereitstellung umfassend zu analysieren.
Julian Binczyk, Projektleiter der kommunalen Wärmeplanung, erläutert: "Unser Ansatz kombiniert Offenheit für unterschiedliche Technologien mit praxisnahen Lösungen. So entwickeln wir einen effektiven Fahrplan, der Klimaschutz, technische Machbarkeit und wirtschaftliche Faktoren sinnvoll miteinander verknüpft.“
Bürgerbeteiligung und Transparenz
Die Einbindung der Bürgerschaft ist ein zentraler Bestandteil des Planungsprozesses. Es wird gezielt über relevante Fortschritte informiert, um den Bürgerinnen und Bürgern Transparenz zu bieten.
Mit der kommunalen Wärmeplanung setzt Wardenburg ein klares Zeichen für eine nachhaltige und zukunftsorientierte Energieversorgung. Dabei profitiert die Gemeinde von der Erfahrung von EWE NETZ: „Unsere langjährige Tätigkeit im Bereich der Energieversorgung und Netzplanung ermöglicht es uns, passgenaue Lösungen für Wardenburg zu entwickeln, die wirtschaftlich, effizient und zukunftsorientiert sind“, so Julian Binczyk.
Weitere Information
Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert die Bundesregierung seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.
Link zur Website der „Nationalen Klimaschutzinitiative“: www.klimaschutz.de/kommunalrichtlinie